Ostseezeitung
Freitag, den 04. Februar 2005


Elektriker Hermann Plath beschäftigt heute 17 Leute

Als Ein-Mann-Betrieb gegründet, sorgt die Elektrofirma Plath als Familienunternehmen seit 23 Jahren für fließenden Strom in der Region.

WismarDie junge Zunft der Elektriker ist im Bereich Nordwestmecklenburg stark vertreten. Rund 60 Firmen sind allein in der Kreishandwerkerinnung eingetragen. Dazu zählt auch die Elektrofirma Plath.
Erfahrung aus 23 Geschäftsjahren hat den Familienbetrieb mittlerweile zu einem erfolgreichen Unternehmen mit gutem Ruf gemacht. Schon 1982 gründete Hermann Plath den Betrieb mit einem Angestellten und einem Lehrling. Auch Ehefrau Eleonore ist seit dem ersten Gründungsjahr fest mit der Firma liiert und kümmert sich um die Buchführung. Anfangs fuhren sie noch über 50 Kilometer, um das knappe Material einzukaufen, das daraufhin noch mit anderen Unternehmern getauscht werden musste. „Die Materialbeschaffung zu Ostzeiten war sehr schwierig, wenn man bedenkt, dass heutzutage die Lieferanten bis vor die Haustür fahren“, lacht der Firmenchef, der mittlerweile 17 Angestellten und einem Lehrling einen sicheren Arbeitsplatz bietet.
Hermann Plath erinnert sich auch noch gut an sein eigenes erstes Lehrjahr vor 40 Jahren: „Damals mussten wir noch per Hand zwei Meter tiefe Löcher graben, um Masten für die Überlandleitungen aufzustellen.“ Auch das riskante Mastensteigen gehört heutzutage nicht mehr zu den Lehrinhalten während der Ausbildungszeit zum Elektriker. Diese erlernen in dreieinhalb Jahren den Umgang mit Strom während kompletter Bauvorhaben vom Legen des Baustroms, dem Ausführen sämtlicher Elektroinstallationen, der Montage von Heizungsanlagen bis zur Installation von Türsprechanlagen. Gab es bis vor kurzem die allgemeine Ausbildung zum Elektroinstallateur, ist der Beruf heute zudem aufgeteilt in verschiedene Bereiche, wie Informatiker, Elektroniker, Energie- und Gebäudetechniker, Informations- und Telekommunikationstechniker oder Systemelektroniker. Diese neuen Ausbildungsbereiche berücksichtigen die stetige technische Weiterentwicklung, denn heutzutage verlangen die komplizierten programmierbaren High-Tech-Anlagen für Licht, Jalousien, Alarmanlagen, Schließmechanismen, innovative Wärmepumpen oder Videoüberwachung in der Haustechnik von einem Elektroinstallateur weit mehr als nur solides handwerkliches Können.
Die Elektrofirma Plath beteiligt sich neuerdings sogar selbst an der Produktion von Strom und installiert umfangreiche Solarsysteme. Bestes Beispiel ist die so genannte „Fotovoltaik-Station“ auf dem zweistöckigen Bürogebäude der Energie- und Elektrodienstleister im Gewerbegebiet Lütt Moor in Redentin. Die Anlage hat eine Größe von 20 Kilowatt und produziert jährlich rund 18 000 Kilowattstunden, das ist der Stromverbrauch von rund fünf Haushalten. Da in Deutschland die Einspeisung von Strom aus Fotovoltaik-Anlagen in das öffentliche Netz außerdem gefördert wird, lohnt sich die Anschaffung solcher High-Tech-Anlagen nicht nur aus ökologischer Sicht.
Mit einer weiteren Besonderheit kann die Elektrofirma Plath seit vergangenem Jahr aufwarten: Sohn Birger ist als neuer Geschäftsführer hinzugekommen und kümmert sich nun zusammen mit den Eltern um die betrieblichen Angelegenheiten. Damit bleibt die Elektrofirma „Hermann & Birger Plath GbR“ auch zukünftig ein traditionelles Familienunternehmen, frei nach dem Motto „Die alten Meister bieten Erfahrungen und die Jungen bringen Innovation“. Das ist eine gute Mischung für einen Innungsfachbetrieb.